Nehmen Sie Einblick in den Fahrlehrerberuf, das Berufsfeld Fahrschule und die Voraussetzungen und Zulassungsbedingungen zur Fahrlehrerausbildung

Fahrlehrer/innen als Erwachsenenbildner im Auftrag der Verkehrssicherheit

Der Beruf Fahrlehrer/in eignet sich für Personen, die

  • gerne mit Menschen arbeiten
  • routiniert, sicher und vorbildlich am Strassenverkehr teilnehmen
  • sich diszipliniert organisieren
  • überlegtes und selbständiges Handeln gewohnt sind

Gehören gute Umgangsformen und zurückhaltende Gelassenheit zu Ihren Eigenschaften, bringen Sie weitere wichtige Voraussetzungen zur Berufsausübung mit. 


Existenzielle Stabilität im Fahrlehrerberuf durch geschickte Planung

Der Vielseitigkeit sind im Fahrlehrerberuf kaum Grenzen gesetzt. Nebst der Ausbildung von Lernfahrausweis-Inhabern steht Ihnen ohne weitere Ausbildung offen,

  • Zuzüger aus dem Ausland auf den Umtausch ihres Führerausweises vorzubereiten (Kontrollprüfung)
  • Wiedereinsteigenden oder Personen mit wenig Fahrpraxis individuell zu unterstützen (Weiterbildung)
  • Senioren auf eine bevorstehende Fahrprobe vorzubereiten (Fahrprobe StVA)

Mit der Offenheit für verschiedene Zielgruppen bauen Sie sich eine stabile berufliche Existenz auf, die nicht von einem Kundenzweig oder Tätigkeitsfeld abhängig ist.


Erfolgreich Zusammenarbeiten in einem konstruktiven Netzwerk

Selbständig arbeiten heisst nicht, auf die Vorteile des vernetzten Arbeitens verzichten zu müssen. Das gängige Modell, für das sich in den letzten zwei Jahrzehnten viele Fahrlehrer/innen entschieden haben, besteht aus

  • Theorieschulungen im gemeinsamen Theorielokal anbieten
  • Verkehrskunde-Kurse gemeinsam durchführen
  • Fahrstunden im Auto individuell durchführen

Die Kosten für die Infrastruktur zu teilen erlauben vielen Fahrschulen einen Standortvorteil, der sich auf den Kundenzulauf auswirkt. Das vernetzte Arbeiten in einem Team selbständigerwerbender Fahrlehrer/innen bietet aber auch 

  • gemischtes Erfahrungspotential neuer und erfahrener Fahrlehrer/innen
  • Kursangebote, die regelmässig und kostengerecht durchgeführt werden können
  • geteilte Präsenzzeit der einzelnen Fahrlehrer/innen für die Kursdurchführungen
  • gegenseitiges Aushelfen bei Abwesenheiten (Ferien, Militärdienst, Krankheit etc.)
  • einfaches Regulieren von Fahrschüler-Überschuss und -Knappheit

Zahlreiche Fahrschul-Gemeinschaften suchen zur Vergrösserung ihres Teams neue Mitglieder, wenn Sie Mut zur unverbindlichen Anfrage finden werden Sie sich selbst davon überzeugen können.


Führerausweis-Voraussetzungen

Zur Fahrlehrer-Ausbildung zugelassen werden Personen, die

  • den unbefristeten Führerausweis Kategorie B seit mindestens 3 Jahren besitzen
  • die Berechtigung zum Berufsmässigen Personen-Transport BPT besitzen
  • in den vorangegangenen 12 Monaten keine Administrativmassnahme zu befolgen hatten

1. Führerausweis
Besitzen Sie einen Führerausweis auf Probe (Lernfahrausweis-Antrag ab 1. Dezember 2005 gestellt), so sind Sie verpflichtet, die Probezeit von 3 Jahren (resp. 4 Jahren bei einem verkehrsgefährdenden Verstoss gegen das Strassenverkehrsgesetz) sowie weitere 3 Jahre Besitz des unbefristeten Führerausweises abzuwarten.

2. BPT-Berechtigung
Die BPT-Bereichtigung, Code 121, ist in unsere Ausbildung integriert. Dieser Ausbildungsteil entfällt bei Personen, die einen Führerausweis der Kategorien C, D1 121 und/oder D besitzen. D1 106 berechtigt nur zu privaten Fahrten und entspricht nicht dem berufsmässigen Personentransport Code 121.

3. Administrativrechtlicher Leumund
Wurde in den vorangegangenen 12 Monaten eine Administrativmassnahme (Verwarnung, Führerausweis-Entzug oder andere Massnahme) verfügt, so kann keine BPT-Anmeldung erfolgen. Liegt der Fachausweis Fahrlehrer/in vor kann eine Fahrschubewilligung nur erhalten, wer in den vorangegangenen 24 Monaten keine Administrativmassnahme verursacht hat.

Zur BPT-Berechtigung können Sie eine erste Selbstabklärung vornehmen:


Vorbildungs-Voraussetzungen

Zur Fahrlehrer-Ausbildung zugelassen werden Personen, die

  • eine mind. 3-jährige Berufslehre mit eidg. Fähigkeitszeugnis abgeschlossen haben
  • mind. 2 Jahre Berufspraxis zu 100 Stellenprozenten nachweisen können
  • bei Nichterfüllung eines Punktes eine Gleichwertigkeitsbestätigung der QSK vorlegen können

1. Berufslehre
Das Fähigkeitszeugnis der schweizerischen, mindestens 3-jährigen Berufslehre muss vorgelegt werden, ansonsten wird eine Gleichwertigkeitsbestätigung nach Punkt 3. verlangt. 

2. Berufspraxis
2 Jahre Berufspraxis zu 100 Stellenprozenten müssen per Arbeitsbestätigungen nachgewiesen werden. Die Berufspraxis muss nicht im erlernten Beruf nachgewiesen werden. Nicht anerkannt werden Ausbildungen und Militärdienst. 

3. Gleichwertigkeitsbestätigung
Wenn Sie keine schweizerische, mindestens 3-jährige Berufslehre vorweisen können,  aber einen anderen Bildungsweg (kürzere Berufslehre, Anlehre, Matura und/oder Studium mit Arbeitstätigkeit) so können Sie Ihre Vorbildung auf Gleichwertigkeit überprüfen lassen. Dazu benötigen wir das komplette Dossier (Lebenslauf, Belege Abschlüsse, Belege Arbeitstätigkeit), das wir an die QSK des SFV Schweizerischer Fahrlehrer Verband einreichen. Die Kosten für die normale Dossierprüfung belaufen sich auf Fr. 250.00 und sind auch im Falle eines negativen Bescheids zu begleichen.


Weiterentwicklung durch Weiterbildung und Anschluss-Ausbildungen

Kompetenzen erweitern sich durch den persönlichen Anspruch, qualitativ gute Arbeit zu leisten, aber auch durch gezielte Weiterbildung. Zur Erhaltung der Fahrlehrer-Berechtigung schreibt die Fahrlehrerverordnung pro Jahr einen Weiterbildungstag vor.  

Viele Fahrlehrer/innen verbinden die Berufsausübung mit bevorzugten Interessengebieten (Motorrad, schwere Motorwagen, Erwachsenenbildung). Nach abgeschlossener Grundausbildung Fahrlehrer/in Kategorie B Leichte Motorwagen/Personenwagen/Auto stehen zahlreiche Weiter-Ausbildungen zur Wahl, z. B.

  • Fahrlehrer/in Kategorie A Motorräder, Motorrad-Fahrlehrer/in
  • Fahrlehrer/in Kategorie C Schwere Motorwagen, Lastwagen-/Car-Fahrlehrer/in
  • Moderator/in für WAB-Kurse, 2-Phasen-Ausbildung
  • fahrtechnische Ausbildungen, Ausbilder/in-Instruktor/in für Fahrsicherheitstrainings
  • etc.

Sie gestalten Ihren Alltag im Fahrlehrerberuf und entscheiden selbst über das stimmige Mass an Abwechslung.